Vortrag Yuichiro Hayashi über „Emil Schiller und seine Zeit in Japan“

Vortrag Yuichiro Hayashi über „Emil Schiller und seine Zeit in Japan“

Für den 07.06.2025 hatte Dr. Arne Fahje, stellvertretender Vorsitzender der DJG-SH und verantwortlich für die Region Lübeck, zu einem Vortrag im Gemeindehaus der St. Marien-Kirche eingeladen. Referent war Yuichiro Hayashi, Doktorand an der Universität Kyoto (Schwerpunkt Deutsche Kirchengeschichte). Hayashi-san befindet sich zurzeit auf einer Forschungsreise in Europa. Das Thema, zu dem er vor Gästen der DJG-SH in Lübeck sprach, lautete: „Emil Schiller und seine Zeit in Japan“.

Emil Schiller (1865 – 1945) war ein deutsch-evangelischer Pfarrer aus Husum, der von 1895 an über 30 Jahre als Missionar des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins (AEPM, später Ostasien-Mission) zunächst in Kobe, dann aber überwiegend in Kyoto verbrachte. Die AEPM (und auch Emil Schiller) standen der „Liberaltheologie“ nahe, die offen für vergleichende Religionswissenschaften und interreligiösen Diskurs war. Dies wandelte sich aber im Laufe der Zeit, als die Überlegenheit der christlichen Theologie immer mehr propagiert wurde. Prägend dafür war ein Zitat aus Schillers Buch „Shinto: die Volksreligion Japans“: „Auf Japans Vorbild schauen die ungezählten Millionen Ostasiens! Würde Japan sich in Bälde entschieden dem Christentume zuwenden, so würde in Ostasien die Entscheidungsschlacht des Christentums gewonnen sein.“

In der Diskussion mit den Teilnehmer*innen wurde vor allem über diesen „Überlegenheitsanspruch“ nicht nur des Christentums, sondern auch anderer Religionen diskutiert. Weitere Fragen konzentrierten sich auf die Aussagekraft des verfügbaren Materials. Unklar ist aus Sicht von Hayashi-san vor allem, in welchem Umfang sich Schiller mit Shintoismus und Buddhismus auseinandergesetzt hat und inwieweit das seine Einstellung zu diesen Religionen verändert hat. Rainer Helle, der den Referenten und die Teilnehmer*innen als Vorstandsmitglied der DJG-SH begrüßt hatte, betonte, dass es immer wieder erstaunlich sei, welche Berührungspunkte es zwischen Schleswig-Holstein und Japan im Laufe der Geschichte gegeben habe.